Rundschreiben 18/2005


Sehr geehrte(r) Modellbahnfreund(in),
sehr geehrte(r) Kunde/in,

ein

ereignisreiches
(Modellbahn) -
Jahr
geht zu Ende

welches uns mit vielen überraschenden Wendungen und Ereignissen konfrontiert hat. Auch von den abseits des Eisenbahn- und Modellbahngeschehens gelegenen Ereignssen gäbe es durchaus einige, die zu kommentieren wären. Aber das wollen wir uns an dieser Stelle verkneifen.

Zweifellos das traurigste Ereignis für die Fangemeinde großer und kleiner Eisenbahnen war der Brand im Lokschuppen zu Nürnberg mit der Zerstörung vieler historischer Fahrzeuge. Die ursächlich für die Folgen des Brandes verantwortliche Kombination aus Unverstand, Ignoranz und Inkompetenz grenzt in unseren Augen schon sehr nahe an vorsätzliche Fahrlässigkeit. Vor diesem Hintergrund scheint die Frage durchaus erlaubt, ob die Planungen zum neuen Zug der Deutschen Bahn AG, nämlich zum Um-Zug von Berlin nach Hamburg, in ähnlich kompetenter Weise angegangen wurden und fortgeführt werden. Ein deutlicher Kundenzuwachs für die DB-AG wäre aber sicherlich zu erwarten, wenn man DB-seitig nicht nur eine Beteiligung am Containerhafen und an der Hambuger Hochbahn ins Auge fassen würde. Eine Übernahme der bekanntesten Hamburger Bahn, nämlich der Reeper-Bahn, brächte sicherlich zudem auch noch einen sprunghaften Anstieg bei der Kundenzufriedenheit mit sich ...

Ein sprunghafter Abstieg bei der Kundenzufriedenheit und ein wenig kernpompetentes Management führten in der Jahresmitte bekanntlich zur Insolvenz der Firma ROCO Modellspielwaren Vertriebsg.m.b.H & Co. Nach der Neuaufstellung der Marke ROCO im Rahmen der neu gegründeten Modelleisenbahn GmbH hat sich das Problem der Qualitätsmängel nahezu vollständig erledigt. Die Bemühungen der neuen Führungscrew den Namen ROCO wieder zu altem Glanz zu verhelfen scheinen sehr erfolgreich zu verlaufen. Zumindest haben wir den Eindruck, wenn wir uns unsere ROCO-Verkaufszahlen ansehen.

Kaum ist ROCO damit aus den (negativen) Schlagzeilen heraus, taucht ein sehr bekannter schwäbischer Modellbahnhersteller im Manager-Magazin, in der Wirtschaftswoche und in der AZ auf. Und die Gründe für diese Pressepräsenz sind wohl eher wenig erfreulicher Natur. Es ist hier von "zurückhaltendem Kaufverhalten" (Wirtschaftswoche) und "Verweigerungshaltung" (AZ) die Rede, deren sichtbarstes Zeichen die Tatsache sei, daß von dieser Firma letztmalig im Jahr 2003 (sinkende) Unternehmenszahlen genannt worden seien.

In einer Zeit in der als Unternehmensweck nur noch das Erreichen selbstgesteckter Umsatz- und Ertragsziele akzeptiert wird (unabhängig davon wie (un)realistisch sie angesichts der allgemeinen Rahmenbedingung jemals waren) und nicht mehr das Produzieren von Waren und Leistungen, ist eine solche Entwicklung natürlich ausgesprochen fatal und öffnet zahlreichsten Phantasien ein weites Spielfeld.

Würden sich alle Firmenchefs etwas mehr damit beschäftigen, welche Produktionsmengen in welchen Zeiträumen realisierbar sind, wären vielleicht auch die Ertragsbedingungen bessere. Unabhängig von einem Bezug auf einzelne Firmen ist es nämlich ausgesprochen ärgerlich " für die Kunden, den Handel und nicht zuletzt für die jeweiligen Firmenbilanzen " wenn dann die vollmundig angekündigten Neuheiten und in diversen Fachzeitschriften als "im Handel verfügbar"angepriesenen Neuerscheinungen zuallererst im September nicht ausgeliefert werden. Und dann im Oktober natürlich genauso wenig wie im November ..... und in der Weihnachtswoche schlußendlich dann auch wieder nur ein Bruchteil der definitiv für spätetsens Weihnachten versprochenen Artikel verfügbar ist. Das führt dazu, daß nach dem 20ten Telefonat in dem die Lieferung versprochen wurde der Handel langsam resigniert, der Kunde vergrault wird (und im Zweifelsfall auch noch seinem Fachhändler die Schuld gibt) und die Zahlen beim Hersteller nicht mehr stimmen. Daß diese Lieferverzögerungen natürlich auch auf das Standardsortiment durchschlagen, wo man eigentlich eine kurzfristige Verfügbarkeit erwarten sollte, sei nur am Rande erwähnt.

Aber trotz dieser nicht immer sehr idealen Rahmenbedingungen war aus unserer Sicht auch das Modellbahnjahr 2005 wieder ein sehr erfolgreiches Jahr. Diesen Umstand haben wir in erster Linie Ihnen, unseren Kunden, zu verdanken. Deshalb möchten wir uns am Ende dieses turbulenten Jahres ganz herzlich für das uns erwiesene Vertrauen bedanken und verbleiben

mit den besten Wünschen
für ein gesegnetes Weihnachtsfest

und

ein gesundes und erfolgreiches Neues Jahr 2006

Ihre Pürners

Letzte Änderung: 07.11.2011 +

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